Altern ist eine Krankheit – und vielleicht können wir sie heilen

Harvard-Professor für Genetik David Sinclair stellt eine der ältesten Gewissheiten unseres Lebens infrage: Was, wenn Altern kein unabwendbares Schicksal ist, sondern ein biologischer Prozess, den wir eines Tages behandeln können?

Es gibt Krankheiten, gegen die wir Medikamente entwickeln.

Es gibt Krankheiten, gegen die wir Impfstoffe entwickeln.

Es gibt Krankheiten, die wir verhindern, behandeln oder manchmal sogar heilen können.

Und dann gibt es das Altern.

Wir akzeptieren es.

Nicht unbedingt gerne – aber als unvermeidlichen Teil unseres Lebens.

David Sinclair hält genau das für einen Fehler.

Der Professor für Genetik an der Harvard Medical School gehört zu den bekanntesten Altersforschern der Welt. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit einer Frage, die lange beinahe absurd geklungen hätte:

Warum behandeln wir die Krankheiten des Alters – aber nicht das Altern selbst?

Sinclair geht sogar noch weiter.

Seine provokante These lautet:

„Altern ist eine Krankheit – und diese Krankheit ist behandelbar.“

Was zunächst nach Science-Fiction klingt, berührt inzwischen eine der spannendsten Fragen der modernen Medizin.

Denn was wäre, wenn wir Altern bisher nur deshalb für unvermeidlich gehalten haben, weil wir noch nicht verstanden hatten, wie es funktioniert?


Natürlich bedeutet nicht automatisch unveränderlich

Sinclair stellt einen interessanten Vergleich an.

Viele Erkrankungen wurden in früheren Zeiten als unvermeidlicher Bestandteil des Lebens betrachtet.

Nicht unbedingt, weil sie tatsächlich unvermeidbar waren.

Sondern weil die Medizin ihre Ursachen noch nicht verstand und kaum Möglichkeiten hatte, sie zu beeinflussen.

Mit zunehmendem Wissen änderte sich das.

Wir begannen, Krankheitsmechanismen zu verstehen.

Wir identifizierten Ursachen und Risikofaktoren.

Wir entwickelten Therapien.

Und aus etwas, das man früher hinnehmen musste, wurde etwas, das man behandeln konnte.

Warum sollte das beim Altern grundsätzlich anders sein?

Nur weil nahezu jeder Mensch altert, bedeutet das nicht automatisch, dass wir die zugrunde liegenden biologischen Prozesse niemals beeinflussen können.

Sinclair stellt deshalb unsere Definition von „normal“ infrage.

Altern ist normal, weil es jedem passiert.

Aber ist es deshalb auch biologisch unveränderlich?

Das ist eine völlig andere Frage.


Was wäre, wenn Altern selbst die Ursache vieler Krankheiten wäre?

Wir betrachten Krebs als Krankheit.

Diabetes als Krankheit.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Krankheit.

Neurodegenerative Erkrankungen als Krankheit.

Viele dieser Erkrankungen unterscheiden sich erheblich voneinander.

Und doch verbindet sie etwas:

Mit zunehmendem Alter steigt ihr Risiko.

Altern ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für zahlreiche chronische Erkrankungen.

Genau daraus ergibt sich eine radikale Überlegung:

Vielleicht konzentriert sich die Medizin bislang zu stark auf die Äste – und zu wenig auf den Stamm.

Wir behandeln eine Erkrankung.

Dann die nächste.

Dann die nächste.

Sinclairs Ansatz stellt dagegen eine viel grundsätzlichere Frage:

Was würde passieren, wenn wir die biologischen Prozesse des Alterns selbst beeinflussen könnten?

Könnten wir dadurch möglicherweise nicht nur eine, sondern mehrere altersabhängige Erkrankungen gleichzeitig hinauszögern?

Das wäre ein vollkommen neues Verständnis von Prävention.

Nicht warten, bis der Körper krank wird.

Sondern versuchen, jene Prozesse zu beeinflussen, durch die er überhaupt zunehmend anfällig für Krankheit wird.


Aber warum altern wir überhaupt?

Hier wird Sinclairs Forschung besonders faszinierend.

Lange wurde Altern vor allem als Verschleiß betrachtet.

Wir leben.

Unser Körper wird beansprucht.

Schäden sammeln sich an.

Und irgendwann funktioniert das System immer schlechter.

Sinclair glaubt, dass diese Erklärung nicht ausreicht.

Seine sogenannte Information Theory of Aging geht von einer anderen Vorstellung aus.

Vielleicht ist eines unserer größten Probleme beim Altern nicht nur, dass Zellen beschädigt werden.

Vielleicht verlieren sie zunehmend die Fähigkeit, die richtigen Informationen richtig zu lesen.

Um das zu verstehen, müssen wir einen kurzen Blick in unsere Zellen werfen.


Unsere DNA ist nicht die ganze Geschichte

Unsere DNA enthält den genetischen Code unseres Körpers.

Doch dieser Code allein erklärt noch nicht, wie eine Zelle funktioniert.

Denn eine Muskelzelle besitzt im Wesentlichen dieselbe DNA wie eine Hautzelle.

Eine Leberzelle besitzt denselben genetischen Bauplan wie eine Nervenzelle.

Trotzdem erfüllen sie völlig unterschiedliche Aufgaben.

Warum?

Weil nicht jede Zelle sämtliche Gene gleichzeitig verwendet.

Sie muss wissen:

Welche Information brauche ich?

Welche Gene müssen aktiviert werden?

Welche müssen ausgeschaltet bleiben?

Diese Steuerung übernimmt unter anderem das sogenannte Epigenom.

Man könnte es vereinfacht als eine Art Bedienungsanleitung für unsere DNA verstehen.

Die DNA enthält die Informationen.

Das Epigenom hilft der Zelle zu entscheiden, welche davon sie wann benötigt.

Und genau hier vermutet Sinclair einen entscheidenden Schlüssel zum Altern.


Was, wenn unsere Zellen vergessen, wer sie sind?

Im Laufe unseres Lebens muss unser Körper unzählige Schäden bewältigen.

DNA wird beschädigt und repariert.

Zellen reagieren auf Stress.

Regulationssysteme müssen ständig eingreifen.

Sinclairs Theorie besagt, dass dabei mit der Zeit zunehmend epigenetische Information verloren geht oder durcheinandergerät.

Die DNA selbst ist also nicht unbedingt verschwunden.

Aber die Fähigkeit der Zelle, sie korrekt zu lesen, wird schlechter.

Sinclair verwendet dafür ein bemerkenswert einfaches Bild:

Wir sind keine Maschinen. Wir sind eher Computer.

Beim Altern geht seiner Theorie zufolge nicht nur Hardware kaputt.

Die Software wird zunehmend fehlerhaft.

Programme laufen nicht mehr so präzise.

Informationen werden an falschen Stellen abgerufen.

Zellen verlieren zunehmend ihre ursprüngliche Identität und Funktion.

Und daraus ergibt sich eine geradezu verblüffende Frage:

Was wäre, wenn wir die Software neu starten könnten?


Gibt es in unseren Zellen eine Sicherungskopie der Jugend?

Genau das versucht Sinclairs Forschungsgruppe herauszufinden.

Wenn eine alte Zelle nicht deshalb alt ist, weil sämtliche ursprünglichen Informationen zerstört wurden, sondern weil sie einen Teil davon nicht mehr richtig lesen kann, könnte die Information über ihren früheren Zustand noch vorhanden sein.

Mit anderen Worten:

Vielleicht hat eine alte Zelle nicht vollständig vergessen, wie sie jung war.

Und wenn das stimmt, könnte es theoretisch möglich sein, diese Information wieder abzurufen.

Hier kommt die sogenannte partielle epigenetische Reprogrammierung ins Spiel.

Dabei versuchen Wissenschaftler, bestimmte Programme innerhalb alter Zellen so zu verändern, dass sie wieder Eigenschaften eines jüngeren Zustands annehmen.

Und genau hier wird aus einer faszinierenden Theorie experimentelle Wissenschaft.


Das Experiment, das unsere Vorstellung vom Altern verändert

2020 veröffentlichte Sinclairs Forschungsgruppe gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern eine viel beachtete Studie.

Bei Mäusen wurden drei sogenannte Reprogrammierungsfaktoren – Oct4, Sox2 und Klf4 – eingesetzt.

Das Ergebnis war bemerkenswert.

In bestimmten Nervenzellen konnten jüngere Genaktivitäts- und DNA-Methylierungsmuster wiederhergestellt werden.

Geschädigte Nervenfasern regenerierten besser.

Und in bestimmten Mausmodellen konnte sogar verlorengegangene Sehfunktion teilweise wiederhergestellt werden.

Natürlich waren die Mäuse danach nicht plötzlich „jung“.

Und daraus folgt keineswegs, dass wir heute einen Menschen verjüngen könnten.

Aber das Experiment lieferte einen faszinierenden Hinweis:

Zellen könnten Informationen über einen jüngeren Zustand bewahren – und bestimmte Aspekte des Alterns könnten möglicherweise reversibel sein.

Genau deshalb spricht Sinclair nicht nur davon, Altern zu verlangsamen.

Er hält es grundsätzlich für denkbar, bestimmte Alterungsprozesse eines Tages zurückzudrehen.


Plötzlich bekommt das Wort „Heilung“ eine andere Bedeutung

Wenn wir „Altern heilen“ hören, denken wir vielleicht zuerst an ewige Jugend.

150 Jahre alt werden.

Keine Falten.

Keine grauen Haare.

Unsterblichkeit.

Doch darum geht es eigentlich nicht.

Die wesentlich spannendere Vorstellung ist:

Was wäre, wenn wir den körperlichen Verfall, der heute mit dem Alter einhergeht, wesentlich länger hinauszögern könnten?

Was wäre, wenn Menschen länger kräftig blieben?

Wenn Muskeln, Gehirn, Herz, Stoffwechsel und andere Organe länger funktionsfähig blieben?

Wenn typische Erkrankungen des Alters erst wesentlich später auftreten würden?

Dann würden wir möglicherweise nicht nur länger leben.

Wir würden vor allem länger gesund leben.

Und genau darin liegt der eigentliche Kern von Longevity.

Nicht möglichst viele Jahre an unser Leben anzuhängen.

Sondern möglichst viel gesundes Leben in unsere Jahre zu bringen.


Sinclair ist längst nicht mehr allein

Und hier wird die Entwicklung besonders interessant.

Sinclairs Theorie ist nur ein Teil eines inzwischen sehr viel größeren Forschungsfeldes.

Wissenschaftler sprechen heute von verschiedenen Hallmarks of Aging – biologischen Kennzeichen des Alterns.

Dazu gehören unter anderem:

genomische Instabilität,

epigenetische Veränderungen,

Störungen der Proteinhomöostase,

mitochondriale Dysfunktion,

zelluläre Seneszenz,

chronische Entzündungsprozesse,

Stammzellerschöpfung

und Veränderungen der Kommunikation zwischen unseren Zellen.

Das Entscheidende:

Forscher betrachten diese Mechanismen nicht nur als Beschreibung dessen, was beim Altern passiert.

Sie untersuchen, ob und wie sie beeinflusst werden können.

Damit hat sich etwas Grundsätzliches verändert.

Altern wird zunehmend zu einem biologischen Forschungsproblem.

Und was wir biologisch verstehen, können wir möglicherweise irgendwann auch gezielt beeinflussen.


Müssen wir also nur lange genug auf die richtige Therapie warten?

Nein.

Denn während Wissenschaftler erforschen, was eines Tages möglich sein könnte, gibt es eine zweite Ebene der Longevity-Forschung.

Die Frage lautet:

Was können wir heute tun?

Wir können unsere epigenetische Uhr nicht einfach zurückstellen.

Wir können unsere Zellen nicht zu Hause reprogrammieren.

Und wir besitzen keine zugelassene Therapie, die menschliches Altern heilen kann.

Aber wir können unseren Organismus beeinflussen.

Körperliche Aktivität.

Krafttraining.

Ausreichender Schlaf.

Stoffwechselgesundheit.

Eine bedarfsgerechte Ernährung.

Nicht rauchen.

Alkohol begrenzen.

Und vor allem:

körperliche Substanz möglichst lange erhalten.

Denn selbst die faszinierendste Medizin der Zukunft braucht eines:

einen Körper, der bis dahin möglichst gut erhalten geblieben ist.


Longevity braucht Substanz

Vielleicht konzentrieren wir uns beim Thema Altern manchmal zu sehr auf das, was wir verlieren.

Dabei wäre eine andere Frage mindestens genauso wichtig:

Was müssen wir erhalten?

Muskulatur.

Kraft.

Knochensubstanz.

Bindegewebe.

Enzymaktivität.

Regenerationsfähigkeit.

Stoffwechselaktive Gewebe.

All diese Strukturen beruhen auf komplexen biologischen Prozessen.

Und sehr viele davon haben einen gemeinsamen Nenner:

Proteine.

Proteine sind keine abstrakte Zahl auf einer Nährwerttabelle.

Sie sind funktionelle und strukturelle Bestandteile unseres Körpers.

Und Proteine wiederum bestehen aus Aminosäuren.


Die Information kann stimmen – trotzdem fehlen vielleicht die Bausteine

Und damit kommen wir noch einmal zu Sinclairs faszinierender Computer-Analogie zurück.

Unsere Zellen brauchen Information.

Sie müssen wissen, welche Programme sie ausführen sollen.

Doch selbst perfekte Information allein reicht nicht aus.

Ein Bauplan ohne Baumaterial bleibt ein Bauplan.

Wenn unser Körper körpereigene Proteine herstellen soll, benötigt er dafür Aminosäuren.

Einige kann er selbst bilden.

Andere müssen wir zuführen.

Diese werden als essentielle Aminosäuren bezeichnet.

Sie sind für die körpereigene Proteinsynthese unverzichtbar.

Gerade deshalb wird eine ausreichende Protein- und Aminosäurenversorgung mit zunehmendem Lebensalter interessant – insbesondere zusammen mit körperlicher Aktivität und Krafttraining.

Denn Longevity bedeutet nicht nur, Schäden möglichst lange zu vermeiden.

Es bedeutet auch:

dem Körper die Voraussetzungen zu geben, Substanz zu erhalten.


Genau hier beginnt unser Ansatz bei Daminoc®

Wir können Altern heute (noch) nicht heilen.

Und wir werden niemals behaupten, dass Aminosäuren das könnten.

Der Human Amino Code® verfolgt einen wesentlich bodenständigeren Ansatz.

Er kombiniert zehn Aminosäuren in einem gezielt entwickelten Verhältnis und stellt dem Körper damit Bausteine für seine körpereigene Proteinsynthese zur Verfügung.

Nicht als Ersatz für Ernährung.

Nicht als Ersatz für Bewegung.

Und schon gar nicht als Wunderwaffe gegen das Alter.

Sondern als Teil eines größeren Gedankens:

Wenn wir möglichst lange leistungsfähig bleiben wollen, müssen wir nicht nur darüber sprechen, was unserem Körper schadet. Wir müssen ihm auch geben, was er zum Erhalt seiner Strukturen benötigt.

Die Wissenschaft von morgen beschäftigt sich vielleicht damit, die biologische Uhr zurückzudrehen.

Wir beschäftigen uns heute damit, dem Körper die Bausteine zur Verfügung zu stellen, die er jeden Tag benötigt.

Beides verbindet eine gemeinsame Idee:

Alter nicht einfach hinnehmen – sondern verstehen, was wir beeinflussen können.


Und wenn David Sinclair recht hat?

Vielleicht werden wir in einigen Jahrzehnten vollkommen anders über das Altern sprechen.

Vielleicht werden Ärzte eines Tages nicht nur Blutdruck, Cholesterin oder Blutzucker behandeln.

Vielleicht werden sie gezielt biologische Mechanismen behandeln, die heute unter dem großen Begriff „Altern“ zusammengefasst werden.

Vielleicht werden wir Gewebe regenerieren.

Vielleicht können wir epigenetische Informationen wiederherstellen.

Vielleicht können wir biologische Alterungsprozesse tatsächlich zurücksetzen.

Heute wissen wir nicht, wie weit diese Entwicklung gehen wird.

Aber allein die Tatsache, dass renommierte Wissenschaftler diese Fragen inzwischen ernsthaft im Labor untersuchen, zeigt, wie sehr sich unser Verständnis verändert hat.

David Sinclair hat dafür einen bemerkenswert einfachen Gedanken formuliert:

Solange wir Altern als unvermeidlich betrachten, werden wir versuchen, mit seinen Folgen zu leben.

Sobald wir beginnen, Altern als biologisches Problem zu verstehen, stellen wir eine völlig andere Frage:

Was können wir dagegen tun?

Vielleicht ist Altern tatsächlich eine Krankheit.

Vielleicht werden wir sie eines Tages heilen können.

Bis dahin haben wir eine andere Aufgabe:

Unserem Körper die bestmögliche Chance zu geben, gesund, stark und leistungsfähig zu bleiben – so lange es geht.